09 Januar 2008

Schaffenskraft

Im Dezember wirken Kräfte, die man nicht mehr kontrollieren kann…

Viele alte Märchen beginnen mit den Wundern der Dezembernächte…

Meine Dezembernächte waren definitiv sehr wunderlich,
trotz frühem und kaltem und dunklem Dezembermorgenweg zur Frühschicht, gingen die Nächte bis zum Morgen,
bis halb 6 habe ich teilweise gesessen
und gebastelt und gemalt.

Woher diese Energie?

Offensichtlich habe ich meinen Wunsch zur Kreativität vollkommen unterschätzt.

Was ist herausgekommen?

Viele neue Ideen,
viele halbe Anfänge

und auch zur Seite gelegte Projekte

und:

ein paar schöne Bilder.

Durch Glück und Anregungen z.B. von Michaela Ruhfus

und ihrem Atelier (im Foto zu sehen),


durch die Hilfe und motivierende Gesellschaft von Caro ,
die Unterstützung von Stephan

... ging alles wie im Trance.

Das Zimmer wurde mit Folie ausgeschlagen und dann wurde gearbeitet…



Hier auch mal hängende Projekte,

die nicht fertig wurden (lustige Bälle aus Pappmachè).



Was unter anderem dabei herauskam:

Diese Bilder hier,








die unfertigen folgen…

Hier zu sehen:

Collagen., Stencils,

Acrylbilder etc...


Viele Schablonen und Collagen

warten noch auf die Fertigstellung,

und ich denke, der Dezember hat noch lange nicht aufgehört!


31 Dezember 2007

Die Märchenhütte in Berlin

Im dunklen Winterwald steht eine uralte Holzhütte auf einem Hühnerbein.
Die Hütte dreht sich immer langsam um sich selbst.
Das Holz ist so alt, dass keiner mehr weiß, wann die Hütte erbaut wurde, die anderen Bäume sind der Meinung, dass die Hütte schon immer hier stand.
Wer wohnt in der Hütte? Darüber gibt es viele Gerüchte, aber keiner weiß Genaues!

Es heißt, es wurde ein Mädchen mit roter Kappe gesehen, zwei kleine Kinder, Junge und Mädchen, ein Wolf war auch dabei!

Ein Fischersmann und noch viele andere wirklich märchenhafte Gestalten tauchten rund um das Haus auf.

Dieses Haus scheint verzaubert!

Wer traut sich trotzdem hinein, um vielleicht die verzaubert`sten Stunden zu erleben?

Vielleicht wird der Mutige auch selbst verzaubert?

Ich habe mich hineingetraut:

in der kalten Winterluft im Zentrum Berlins, gegenüber vom Bodemuseum bin ich von einem Holzfeuer geleitet worden.

Aus der Hütte drang bereits Glühwein und Suppenduft in die rote Nase.

Mit gefüllten Magen konnte ich dann die Überraschungen der Hütten genießen:

die Märchenfiguren waren tatsächlich Bewohner der Hütte!

Und an diesem und einigen vergangenen und einigen folgenden Abenden erzählen die Figuren ihr Geschichten, nachmittags für die Kinder, abends für die Erwachsenen.

Die Märchen:
Froschkönig und
Hans im Glück

Hänsel und Gretel und
Fischer und sin Fru

Das tapfere Schneiderlein und
Der gestiefelte Kater

Dornröschen und
Hase und Igel

Rumpelstilzchen

Immer 15.30 Uhr, 17.00, 20.30 und 22.00 Uhr mit wechselnden Märchen. Wochenende auch 14.00 Uhr Vorstellungen.

Auch für einen Glühwein lohnt sich das Reinschauen, in den alten Holzhütten ist es einfach urgemütlich. Diese ist zu finden: auf dem Bunkerberg im Monbijou-Park an der Oranienburger Strasse, es spielt das gut bekannte Hexenkesselhoftheater.

Die Vorstellung mit Hänsel und Gretel war eher gruselig und mit viel Gewalt und einer fiesen Hexe.

Dafür die Rotkäppchen und Wolf- Geschichten sehr sehr lustig und mit Sex- Einlage! Ganz toll: der Wolf!

Die Bilder hier zum Eindruck geben! Viel Spaß!

21 Dezember 2007

Wein-Nicht-Nacht!


Liebe Web-Freunde,

ich wünsche Euch ein wunderschönes, ruhiges und be-sinn-liches Weihnachtsfest!

Ich will es mal mit Calvin und Hobbes demonstrieren, wie ich mir dieses Weihnachten vorstelle:

mehr gibt doch nicht zu sagen...

04 November 2007

1987

Heute will ich ein Artikel, der nicht von mir stammt, sondern von Philipp Wittrock, besprechen:
Die Ereignisse um das Punkkonzert in der Zionskirche 1987.
Ich muss auf Philipp zurückgreifen, da ich nicht dabei war, Freunde beschrieben aber damals das Ereignis ähnlich.
Die DDR hatte ein totgeschwiegenes Problem mit Neonazis.

1990 führten wir als Schüler ein Interview mit einem jungen Prenzlauer Berger Neonazi, der die festen Strukturen bereits zu Ostzeiten beschrieb.

Er erzählte auch, wie die "West- Nazis" nach dem Mauerfall kamen und mit Geld in bar weitere Aktionen unter anderem zur Strukturstärkung im Prenzlauer Berg unterstützten. Heute wie damals ist die Öffentlichkeit kaum informiert und heute wie damals findet man aufgrund der leisen Aktivitäten kaum Unterstützung, wenn man vor den Nazis warnt.

Zu diesem Thema auch ein sehr empfehlenswertes neues Buch: "... und morgen das ganze Land" von Michael Kraske und Christian Werner über die aktuellen Strukturen der rechten Szene und die Angst die insbesondere in kleineren Gemeinden verbreitet wird.
Weiterhin finden rechte Konzerte im Umland statt, gibt es Verkaufsstrukturen und politisch motivierte Gruppen, die einem Verbot durch ständige Umbenennungen und Anonymität entgehen.




Hierzu historisch nun die Ereignisse um die Zionskirche 1987:

Faschismus made in DDR

Die Geburtstagsparty im "Sputnik" läuft schon seit dem Nachmittag. Brechend voll ist das Lokal an der Greifswalder Straße im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg. Rund hundert Leute dürften es sein, die meisten mit kahl rasiertem Schädel, einige Hooligans sind da, sie haben sich am Nachmittag mit Fans von Lok Leipzig geprügelt, nach dem Spiel gegen Union Berlin. Für fünf Mark gibt es kaltes Buffet und Unmengen Schnaps, Wein und Bier.

Gut zwei Kilometer weiter westlich, Bezirk Mitte: In der Zionskirche drängeln sich bis zu 2000 Menschen. Eine Handvoll regimekritischer Leute hat in dem Gotteshaus ein Konzert auf die Beine gestellt. Punks, Grufties, Alternative und ganz normale Bürger wollen die Ost-Berliner Band "Die Firma" und "Element of Crime" aus dem Westteil der Stadt sehen. 15 Plakate und Mund-zu-Mund-Propaganda haben ausgereicht, um die Massen zu mobilisieren, der Eintritt ist frei. Die Stasi weiß seit ein paar Wochen Bescheid, sie lässt die Leute gewähren. Um 19.30 Uhr legt "Die Firma" los - direkt vor dem Altar, eine Bühne gibt es nicht.

Es wird ein friedliches Spektakel. Mit einem schrecklichen Ende.

Mythos von der Faschismus-freien Zone

Es war der 17. Oktober 1987, als der Mythos vom antifaschistischen Staat DDR endgültig entlarvt wurde. Per Verfassungsdekret hatte die SED den Arbeiter- und Bauernstaat am 1964 zur faschismusfreien Zone erklärt. Doch jener Abend vor zwanzig Jahren warf plötzlich ein Schlaglicht auf den braunen Bodensatz des angeblich real existierenden Sozialismus: Neonazis überfielen aus dem Nichts ein Rockkonzert.

"Eigentlich war es damals schon längst nichts Ungewöhnliches mehr, dass rechte Skinheads Schlägereien provozierten", sagt Dirk Moldt, 43, Mitveranstalter des Konzerts in der Zionskirche. Nur wurden neonazistische Umtriebe zuvor von höchster Stelle vertuscht, verharmlost, verdrängt. "Der Überfall vom 17. Oktober hatte jedoch eine neue Qualität", sagt Moldt. Der Historiker hat den Tag anhand von Stasi-Unterlagen und Vernehmungsprotokollen minutiös rekonstruiert. Die Skinheads seien damals ganz gezielt aufgebrochen, um die Veranstaltung anzugreifen, sagt Moldt, sie prügelten los ohne Vorwarnung, ohne vorherige Provokation.

Grölende Horde Skins in der Tram

Im "Sputnik" säuft sich die Meute in Stimmung. Drei Hundert-Liter-Fässer sollen am Ende des Abends geleert sein. Die Skins wissen vom Konzert in der Zionskirche. Besonders die Ostkreuzer - einst selbst Teil der DDR-Punkbewegung - schmieden Pläne für einen Überfall. Der selbst ernannte "Sturmbannführer" Ronny B. geht in der Kneipe von Tisch zu Tisch, um Schläger zu mobilisieren. Die Ostkreuzer hassen die Punks, seit sie sich von ihnen abspalteten; auch sollen sie am Abend zuvor bei einer Auseinandersetzung am "Haus der jungen Talente" ordentlich eingesteckt haben: Grund genug für eine Racheaktion. 20 bis 30 Männer, unter ihnen auch ein paar West-Berliner, machen sich mit der Straßenbahn auf den Weg.

In der Zionskirche sind um etwa 22 Uhr die letzten Takte von "Element of Crime" verklungen. Hunderte Besucher drängen durch die Seitenportale nach draußen. Vor der Kirche stehen viele noch in Gruppen zusammen, andere machen sich auf den Weg zur nahen Haltestelle an der Kastanienallee. Dort hält eine Tram, eine grölende Horde Skinheads springt aus dem Waggon. Ein Teil von ihnen stürmt auf die Wartenden zu, der Rest rennt weiter in Richtung Kirche.

"Alles ging den Bach runter"

Jakob Ilja, 48, ist Gitarrist von "Element of Crime". Die Band war damals mit einem normalen Touristenvisum in den Ostteil der Stadt gekommen, den Auftritt bestritten sie mit geliehenen Instrumenten. In der "knüppeldickevollen" Kirche zu spielen war auch für die Musiker aus dem Westen etwas Besonderes. Schließlich spielten "Element of Crime" seinerzeit noch vor einigen hundert Fans. Dass es in der DDR Skinheads gab, darüber wunderte Ilja sich nicht. "Mir war klar, dass alle Jugendbewegungen des Westens auch ihre Entsprechungen im Osten hatten", sagt das Bandmitglied 20 Jahre später. Doch die Brutalität und Dreistigkeit schockierten ihn: "Da kommen einfach ein paar Skins auf so eine große Veranstaltung und schlagen drauf los. Das war Angst einflößend."

Während Ilja den Zwischenfall aus einiger Entfernung als unübersichtlichen Tumult wahrnahm, war Dirk Moldt ganz nah dran. Der damals 23-Jährige stand mit dem Klingelbeutel in der Hand an der Tür, um ein paar Spenden zu sammeln, als die Neonazis angriffen. Noch gut weiß er, welche Wut und Ohnmacht die Attacke in ihm und seinen Mitstreitern auslöste: "Wir sahen alles, was wir aufgebaut hatten, den Bach runtergehen."

Nazi-Parolen und Widerstand

An der Haltestelle Kastanienallee schlagen und treten einige Skinheads wahllos auf Umstehende ein. Die Kirche selbst ist einige Minuten nach dem Konzert kaum mehr halbvoll, als es an einem der Ausgänge plötzlich zu Handgreiflichkeiten kommt. Mehrere Skins dringen in das Seitenschiff ein, die Menge weicht zurück. "Sieg Heil" und "Judenschweine" brüllen die Angreifer, sie packen sich einzelne Besucher, schlagen mit Fäusten und Eisenketten auf sie ein.

Ein paar Schocksekunden, dann regt sich Widerstand. "Nazis raus" schallt es durch die Kirche, ein paar handfeste Punks befördern die Eindringlinge nach draußen. Vor der Tür ist die Situation unübersichtlich: Überall gibt es in der Dunkelheit Prügeleien. Volkspolizei ist schon den ganzen Abend vor Ort, zudem geht um 22.22 Uhr bei der Wache in Prenzlauer Berg ein Notruf ein. Doch die Uniformierten greifen nicht ein. Als sich ein Verletzter zu einem vorbeifahrenden Streifenwagen schleppt und ihn anhalten will, rollt dieser im Schritttempo weiter. Fast 30 Minuten dauert es, bis sich die Lage beruhigt. Die Skins verschwinden in der Nacht - zunächst unbehelligt. In einer abfahrenden Straßenbahn belästigen ein paar von ihnen weitere Konzertbesucher, die an der Schönhauser Allee eine Streife stoppen. Die Beamten folgen der Bahn, nehmen die Männer fest.

Die Polizei versagt

Es waren die ersten polizeilichen Maßnahmen. Möglicherweise wären es auch die letzten gewesen, möglicherweise wäre wieder einmal alles unter den Teppich gekehrt worden. Nach offizieller Lesart waren gewalttätige junge Menschen "negativ-dekadente Jugendliche", ob links, ob rechts, spielte keine Rolle. Dabei hatte die Stasi schon in den sechziger und siebziger Jahren Hunderte rechtsextremistische Vergehen registriert. Thematisiert wurde das freilich nie, um den Nimbus des antifaschistischen Musterstaates nicht zu gefährden. Wenn neonazistische Umtriebe bekannt wurden, suchte man die Schuld reflexartig im Westen. Das rechte Übel, es konnte nur von drüben kommen.

Dabei war das Problem hausgemacht: Die DDR-Geschichtsschreibung definierte den Faschismus nach dem kommunistischen Ideologen Georgi Dimitroff als "offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals" - für eine angemessene Aufarbeitung des Nationalsozialismus war da kein Platz, der Blick auf massenpsychologische Phänomene oder den organisierten Rassismus des Hitler-Regimes versperrt. Die Einheitspartei predigte Internationalismus, im wahren Leben kasernierte sie die wenigen Ausländer aus sozialistischen Bruderstaaten ein, das Volk schimpfte sie "Fidschi" oder "Brikett".

"Ich konnte die ganze rote Scheiße nicht mehr hören", suchte Ronny B., Haupttäter des Zionskirch-Überfalls, in der RBB-TV-Doku "Die nationale Front" später nach der Motivation für sein Skinhead-Dasein. "Weil ich ja wusste, dass das alles so nicht ist und so nicht stimmt." Der Angriff des 17. Oktober veränderte die Wahrnehmung. Denn mit der Zionsgemeinde, Heimat der Berliner Umweltbibliothek, hatte es die DDR-Basisbewegung getroffen, gut organisiert in ihrer Öffentlichkeitsarbeit und im Westen längst ein Begriff.

Druck aus der Westpresse

Schon am frühen Morgen des folgenden Tages berichtet der RIAS vom Neonazi-Überfall in Ost-Berlin. Die Polizei habe nichts getan, melden weitere Westmedien. Die Nachrichtenwelle schwappt zurück in den Osten - das Regime gerät unter Zugzwang. Die Polizei eröffnet den Operativen Vorgang "Konzert", Ende November beginnt vor dem Stadtbezirksgericht Berlin-Mitte der Prozess gegen vier Hauptangeklagte. Am 3. Dezember 1987 verurteilt die Strafkammer Ronny B. und drei weitere junge Männer wegen Rowdytums und öffentlicher Herabwürdigung zu Haftstrafen zwischen einem und zwei Jahren.

Zu wenig, empören sich tags darauf die Zeitungen. Und auch der DDR-Generalstaatsanwalt vermisst im Urteil den expliziten Hinweis auf faschistische und antisemitische Parolen. Über Staatsrats-Vizechef Egon Krenz holt sich der oberste Ankläger bei Erich Honecker die Erlaubnis ein, die Strafen zu verdoppeln. "Einverstanden", zeichnet Honecker das Schreiben ab. Anführer Ronny B. muss vier Jahre hinter Gitter.

Schuld war das BRD-Fernsehen

Der Staat hatte ein Exempel statuiert. Und musste sich eingestehen, dass er ein Problem hatte: Durch die "aktuellen Vorkommnisse" mit jugendlichen Skinheads in der DDR sah sich die Staatssicherheit kurz nach dem Prozess zu einer "umgehenden Einschätzung" der Situation veranlasst. Rund 800 Skinheads zählten die Beamten daraufhin im Land.

Dass man nun härter gegen neonazistische Tendenzen vorging, änderte an der Exkulpation gen Westen allerdings nichts: Die amtliche Nachrichtenagentur ADN etwa zitierte den 1988 abgeurteilten Schänder eines jüdischen Friedhofs mit den Worten, er sei zu seiner "abscheulichen Tat durch Filme des BRD-Fernsehens angeregt" worden. Und noch am 8. Mai 1989 wiederholte das Politbüromitglied Kurt Hager zum 44. Jahrestag der Befreiung das ewige Mantra: "In der DDR wurde der Faschismus mit Stumpf und Stiel ausgerottet."

11 Oktober 2007

Tartuffe- ein Abend im DT

Der Tartuffe oder Der Betrüger (Originaltitel: Tartuffe ou L'Imposteur) ist eine Komödie in fünf Akten von Molière, die am 12. Mai 1664 uraufgeführt wurde.

Tartuffe schlich sich in Orgons Familie, indem er sich als besonders frommer Mann ausgibt und von Orgon als der perfekte Mensch gesehen wird. Als Zeichen seiner eigenen Unzulänglichkeit, glaubt Orgon durch Tartuffe alle eigenen Fehler zu „entschulden“, indem er Tartuffe uneingeschränkt unterstützt.

Dabei geht er soweit, ihm seine eigene Tochter anzubieten, die eigentlich längst mit Valére glücklich verlobt ist. Alle anderen Mitglieder des Haushaltes hassen Tartuffe für die unverdiente Liebe des Vaters/Gatten, und durchschauen schnell den Charakter des Hochstaplers. Tartuffe geht nun allerdings soweit, der Ehefrau von Orgon eindeutige Angebote zu machen und lässt sich von Sohn Orgons (Damis) beobachten (siehe Foto).

Orgon ist jedoch so verliebt in Tartuffe, dass er nicht einmal Sohn und Ehefrau glauben mag. Als Zeichen seines uneingeschränkten Vertrauens enterbt er letztlich sogar den Sohn und überschreibt Tartuffe seinen Besitz.

Nun kommt es wie es kommen muss, der Ehefrau gelingt es in einem letzten Versuch, den Gatten von der Schuld Tartuffes zu überzeugen, der ihn zuletzt doch als Betrüger an sich erkennt und nun in der Klemme steckt, da er Tartuffe in schier grenzenloser Anerkennung nicht nur allen Besitztum, sondern auch noch wichtige geheime Papiere eines Freundes anvertraute.

Nun scheint alles zu spät, da wendet sich das Glück und Tartuffe wird als bekannter Betrüger durch die Staatsmacht enttarnt und gefangen. Hier will Moliere der allmächtigen Staatsmacht mit seinen Mittel danken, der ihm die Aufführung seiner kritischen Stücke erlaubte.

Viel geht es in dem Stück um die selbst ernannten „Frommen“, die in der Vortäuschung einer totalen Gottesdienung alle ihr Handeln „heilig“ sprechen und damit außerhalb einer Kritik stehen. Alles kann so gerechtfertigt werden und jede Handlung ist heilig.

Nette Schauspieler, besonders die „jungen Wilden“ Gabor Biedermann (Valere) - auf dem Foto privat (Schöneberger Gasometer) und als Valere hüpfend-

und Aylin Esener.


Kathrin Wehlisch (Dorine) großartige Hausdame mit Schlappen und viel viel Text…siehe Foto auch privat!

Die Kostüme waren sehr ungewöhnlich und teils sehr knapp (nur Unterhosen, Stöckeschuhe bei Männer) Perücken und viel Schminke.

Tartuffe (Robert Gallinowski) selbst als Held in langem weißem Ledermantel tritt relativ spät ins Bild und spielt den strengen Frommen überzeugend. Perfekter Gegenspieler ist Jörg Gudzuhn als Orgon in total lächerlichem Kostüm aber überzeugtem Liebenden des Tartuffe.

Außergewöhnlich auch die Bühne in Weiß als Stege ins Publikum und in den Hintergrund führend, mit Abstürzen der Schauspieler ist zu rechnen! Die Schauspieler waren hautnah im Publikum und so entstand ein naher Kontakt. Drei Cellistinnen in weiß am Rande ergänzten das Bild ästhetisch. Ein netter Abend am Deutschen Theater mit Moliere.

Darsteller Margit Bendokat | Aylin Esener | Isabel Schosnig | Anke von Eckstaedt | Kathrin Wehlisch | Gabor Biedermann | Robert Gallinowski | Jörg Gudzuhn | Niklas Kohrt | Jens Schäfer | Bernd Stempel

29 September 2007

Kurt über das Kranksein...


Tatsächlich beschäftigt mich das Thema immer wieder:
Wenn ich von anderen Problemen höre, denke ich sofort:
aber ich habe doch viel mehr Probleme! Hör mir dochmal zu!
Das das nicht die tollste Lösung ist, zeigt mir hier Kurt ganz deutlich.
Also gut:
erzähl mir von Deinen Problemen, ich versuche einfach nur zuzuhören (mmpfff)...
Danke Kurt!

 http://youtu.be/vC4ZKF3_-UI

26 September 2007

Popkomm 2007 Kulturbrauerei

In der Kulturbrauerei am Freitagabend:

Themenabend der Popkomm 2007 waren Länder:

Frankreich , Deutschland, Niederlande, Dänemark, Finnland.

Tolle Idee die Themen mit verschiedenen Bands der Länder aufzuteilen!
Wir kamen auch relativ unkompliziert überall rein und die Sicht war richtig gut.

Besondere Events: Benjamin Biolay-

der alte Franzose, sehr tiefe Augen… -ringe,

aber Franzosen sind eben einfach unschlagbar charming, zumindest von der Ferne…

Die Musik sehr gefühlvoll, alle waren begeistert, natürlich auch die vielen vielen Frauen...

Aber auch: erstaunlich gute deutsche Bands!

Wiewohl extrem Teenie-Jungs- lastig (Tokio- Hotel ist hier wohl nicht ganz unschuldig!) auch sehr schwere Texte.

– aber hey, war das nicht voll unsere StimmungJ?!

Geist-

Unglaublich kräftige Stimme des Sängers

-und soll ich es erwähnen?- gutaussehend!

Fares Rahmun

– muss man sich merken!

Eines von vielen eindrucksvollen Liedern ist "Für alle Zeit", Auszug:

und es bleibt dabei, was auch passiert, ich glaub an dich, wie an keinen anderen, ich lass dich nicht los.

Kenne dich schon so lange, weiß nicht mehr, wie es ohne dich gewesen, scheint mir unmöglich, was niemand sonst mir geben konnte, ohne dich ich nie gelernt. Trage dich in mir für alle Zeit.

Und es bleibt dabei, was auch passiert, ich glaub an dich, wie an keinen anderen, bitte lass das nicht los.

Doch es ist aus und vorbei und mit einen Mal bricht es alles weg und du vergisst, was war, nein du vergisst was ist. Lass uns nicht so zurück, nein lass nicht los.“


Begegnungen des Abends:

eine nettes Pärchen aus Tel Aviv,

ein total besoffener Mann aus Weißensee, wie hieß der bloß? Auch egal.

Also gemixtes Publikum und tolle Musik!