08 April 2008

Gypsy-Punk in Leipzig



Musik von Gogol Bordello!

Gogol Bordello umranken inzwischen viele Legenden: so kommt die Band aus New York, wurde mitgegründet vom ukrainischen Immigranten Eugene Hütz, (sprich: Jutschin Utz) und besteht aus einer Reihe von aus Osteuropa und Israel stammenden Musikern. Sie hatten zuvor zusammen auf Hochzeiten gespielt. Siehe Song: „American Wedding“ aktuelles Album, hier ein Textauszug:

“Have you ever been to American wedding?

Where is the vodka, where's marinated herring?

Where is the supply that gonna last three days?

Where is the band that like Fanfare.

Gonna keep it goin' 24 hours

Ta-tar-ranta-ta-ta Super taran-ta taran-ta ran-ta ta

Instead it's one in the mornin' and DJ is patchin' up the cords Everybody's full of cake

Staring at the floor Proper couples start to wonder

That it's time to do People gotta get up early

Yep, they gotta go People gotta get up early

And she'd gotta boyfriend

And this whole fucking thing Is just a one huge disappointment”

Berühmt wurden sie erst richtig durch den amerikanischen Film "Everything Is Illuminated"- großartiges Buch von J.S. Foer!!!

2005 (in deutsch als "Alles ist erleuchtet") von Liev Schreiber und Elijah Wood . Der Sänger Eugene Hütz spielt hier eine der Hauptrollen als russischer Übersetzer und seine Band kommt ebenfalls kurz vor.

Nun ist Pamela Racine, ein Band-Mitglied- Frau mit Backgroundstimme, mit dem Schauspieler Elijah Wood liiert. Ab 2007 begleitete die Band Madonna bei der Performance ihres Hits „La Isla Bonita“ im in London. Bereits vorher hatte die Band einen Auftritt im ersten unter Madonnas Regie gedrehten Film Filth and Wisdom, der auf der Berlinale 2008 Premiere erlebte.

Mit von der Partie: Geige, Akkordeon, Schlagzeug, Gitarre, Bässe und die 2 Mädels mit Schlaginstrumenten aller Art und Backgroundgesang.

In Deutschland ist die Band in diesem Jahr nur bei 2 Auftritten vertreten und beide waren am vergangenen Wochenende: Berlin im guten alten Postbahnhof und in Leipzig im „Conne Island“ in Leipzig Studentenviertel- im südlicher Stadteil: Connewitz- (aha: Conne!) das war:

Gypsy- Punk in Deutschland! Getreu dem Song Wonderlust King :

I traveled the world

Looking for understanding Of the times that we live in

Hunting and gathering first hand information Challenging definitions of sin

I traveled the world Looking for lovers Of the ultimate beauty

But never settled in I'm Wonderlust King!

Nachdem das Konzert im Postbahnhof ohne Vorband gleich voll losging und mit der üblichen Berliner Gelassenheit getanzt wurde, war in dem kleinen Schuppen in Leipzig die Stimmung gleich erhitzt und alles bebte. (Es gab auch kaum Ausweichmöglichkeiten), Vorband war Skindred.

In Leipzig bestimmten die Punks die Szene, in Berlin gab es eher eine buntere Mischung. Dafür war die Abfolge der Show ungefähr gleich.

Eugene zog sich schnell aus und machte seine Show viel mit den Leuten, die ihn alle feierten und es herrschte überall eine erstaunliche Textsicherheit! Den zweiten Teil nach der Pause beginnt Eugene allein an der Gitarre mit dem herzergreifenden Song „Alcohol“ und ja, sogar ich schniefte ein bisschen…

Yeah o yeah you seen me walk On burning bridges

Yeah o yeah you seen me fall In love with witches

And you know my brain is held Inside by stitches

Yet you know I did survive All of your lovely sieges

And you know that I'll pick up Every time you call Just to thank you one more time

Alcohol

And you know that I'll survive
Every time you come
Just to thank you one more time
For everything you've done
Alcohol Alcohol

Müßt Ihr Euch anhören. (Schnief.) Nach der unglaublichen und wenig pausenreichen Show, immer noch sieht es nicht so aus, als ob die Band angestrengt ist, werden die Leute begrüßt und gedrückt…

Zusammenfassend: Großartige Band! Der Ausflug nach Leipzig hatte sich trotz massiverem Schlafdefizit wirklich gelohnt.

25 März 2008

Invitation

It doesn't interest me what you do for a living

I want to know what you ache for
and if you dare to dream of meeting your heart's longing.

It doesn't interest me how old you are
I
want to know if you will risk looking like a fool
for love
for your dreams
for the adventure of being alive.


It doesn't interest me what planets are squaring your moon...
I want to know if you have touched the center of your own sorrow
if you have been opened by life's betrayals
or have become shrivelled and closed
from fear of further pain.

I want to know if you can sit with pain
mine or your own
without moving to hide it
or fade it
or fix it.

I want to know if you can be with joy
mine or your own
if you can dance with wildness
and let the ecstasy fill you to the tips of your
fingers and toes
without cautioning us to
be careful
be realistic
to remember the limitations of being human.

It doesn't interest me if the story you are telling me
is true.
I want to know if you can
disappoint another
to be true to yourself.

If you can bear the accusation of betrayal
and not betray your own soul.
If you can be faithless
and therefore trustworthy.

I want to know if you can see Beauty
even when it is not pretty
every day.
And if you can source your own life
from its presence.

I want to know if you can live with failure
yours and mine
and still stand on the edge of the lake
and shout to the silver of the full moon,
"Yes."

It doesn't interest me
to know where you live or how much money you have.
I want to know if you can get up
after a night of grief and despair
weary and bruised to the bone
and do what needs to be done
to feed the children.

It doesn't interest me who you know
or how you came to be here.
I want to know if you will stand
in the center of the fire
with me
and not shrink back.

It doesn't interest me where or what or with whom
you have studied.
I want to know what sustains you
from the inside
when all else falls away.

I want to know if you can be alone
with yourself
and if you truly like the company you keep
in the empty moments.

From: Oriah Mountain Dreamer



12 März 2008

Optical Illusions

Wunder im Papier, Spiel mit Perspektiven, Musik und Bücher... Perfekte Kombination der schönsten Künste- ANSEHEN!

08 März 2008

Entspannte Umgebung?

Meine Erlebnisse der letzten Woche waren eigentlich nicht entspannt.

Der unentspannteste Moment war im Café „Fleury“ am Weinbergsweg.

Am Sonntag Abend kam ein zerrissen aussehender Mann mit Glatze und mehreren kleineren Verletzungen am Kopf, offensichtlich verwirrt und aggressiv, in das Café. Im Gespräch unbemerkt, begann er die Verkäuferinnen und bald auch die Gäste zu bedrohen und unter anderem mit Stühlen zu schmeißen. Dabei suchte er die direkte Konfrontation, auch durch versuchte Faustschläge. Dass keinem ernstlich was passiert ist, ist eigentlich der ruhigen Atmosphäre und der Unkoordiniertheit des scheinbar auch unter Drogen stehenden Mannes zu verdanken, denke ich.

Das scheint wieder auf das alte Problem am Weinbergsweg hinzudeuten, welcher trotz Luxussanierung und Neubau der Häuser rundherum mit der Drogenszene nicht fertig wird.

Bereits im Sommer gründete sich die „Initiative Weinbergsweg“, die vor allem auch durch die ansässigen Gastronomen gestützt wird.

Eben auch die Betreiber des „Fleury“: „

Wir Bürger müssen die Polizei unterstützen“, sagt Betty Armbruster-Haak, Inhaberin des französischen Cafés „Fleury“ im Weinbergsweg. Und sie müssten sich auch selbst schützen: Häufig gebe es Streit zwischen den Dealern, sagt Armbruster-Haak, sie stünden mitunter schreiend vor ihrem Café, das direkt neben dem Eingang zum Park liegt. „Es ist auch schon vorgekommen, dass sie sich mit Geschirr von unseren Tischen beworfen haben.“ Auch um ihre Angestellten sorgt sich Armbruster-Haak: „Ich beschäftige mehrere junge Frauen, und die lasse ich abends nur ungern durch den Park laufen.“

Das Café selbst hat leckere französische Speisen und ist klein und gemütlich, also trotz allem unbedingt empfehlenswert!

Hier auch erwähnenswert die verschiedenen Lokalempfehlungen im Netz: sehr nett fand ich diese „Berliner Fresse“.

Ausgegangen ist die Geschichte mit der Festnahme des Mannes, der weiter zog und auch in anderen Lokalen randalierte.
Die Gäste des Fleury saßen danach erstmal zusammen. Mit spendierter Schokolade entstand dann trotz späterer Anwesenheit der Polizei noch eine ruhige Umgebung auf der Basis eines gemeinsam überstandenen Erlebnisses.

05 März 2008

Wann aber was?

Ich sehe die Welt

Und bin Drinnen und Draußen

Wann aber was

Wo aber wann


Ich kann lachen und weinen

Und verstehen und verzagen

Und groß sein und klein

Wann aber was

Wo aber wann

Ich werde verwirrt sein

Und ich werde klar

Ich kann daneben sein

Und wieder voll da

Wann aber was

Wo aber wann


Egal

Ich werde es nie vorher wissen

Kann nichts vorher bestimmen

Wann aber was

Wo aber wann


Ich werde es sehen

Ich werde es sein

Ich bin die Welt

Von Innen und Außen

23 Februar 2008

The Eels und Schrödingers Katze


Ein Konzert von „The Eels“
zu erleben war meine
Erwartung-
und bekommen ha
be ich zusätzlich Einblicke in die Quantenphysik!
Eine großar
tige Kombination, wie ich finde.

Aber zuerst zu der Band:

The Eels

besteht inzwischen aus vor allem 2 Leuten :

Mark Oliver Everett und Jonathan "Butch" Norton.

Gegründet wurde die Band von Mark o. Everett- the „E“ in the eels.

Nach vielen musikalischen Projekten erschien 1992 das Album „A man called E“. Über viele andere Projekte geht’s weiter:

zusammen mit Schlagzeuger Jonathan "Butch" Norton und Bassist Tommy Walters unterschreibt E 1996 einen Vertrag mit Steven Spielbergs DreamWorks Records und nimmt das erste „richtige“ Eels-Album auf: "Beautiful Freak".

Musikbeispiele hier!

Da „E“ extrem kreativ und aktiv ist, will ich den Rahmen eines „kleinen“ Eintrags heute nicht sprengen- viele viele der anderen Projekte/Platten/Filmsongs werden unerwähnt bleiben, für Interessierte bitte hier klicken: Biographie.

Kurz: wichtige Alben:

  • 1998 "Electro-Shock Blues", (das er seiner Schwester Elizabeth widmet und für dessen Texte er Gedichte von ihr verwendet).
  • 2000 das Album "Daisies Of The Galaxy", viertes Album ist "Souljacker" (2001), 2003 "Shootenanny, 2005 "Blinking Lights And Other Revelations.
  • Höhepunkt 2008: "Meet The Eels: Essential Eels Vol.1" und "Useless Trinkets"-

Weiterhin gibt es mehrere Live-Alben.

Und nun auch die Autobiographie: "Things The Grandchildren Should Know"- zur Zeit noch nicht übersetzt.

Wer ist nun Mark O. Everett, dass er eine Biographie schreibt?

Am 10. April 1963 in Virginia geboren, nach seiner Schwester Elizabeth Ann das zweite Kind des Physikers Dr. Hugh Everett III und Nancy Everett.

Man nennt ihn nach seinen Initialen M.E. oder später nur noch E.

1982 - E ist 19 Jahre alt - findet er seinen Vater tot auf dem Bett, mit nur 51 Jahren erlitt dieser einen Herzinfarkt. Im selben Jahr begeht seine Schwester Elizabeth ihren ersten Selbstmordversuch.

Mit Musik wird seine Berufung klar: Mit 6 Jahren fängt Mark an Schlagzeug zu spielen, Probleme mit Drogen und Alkohol, kein Schulabschluss, aber Musik: Akustik- Gitarre, Schlagzeug, Klavier.

Er schreibt Lieder auf dem Klavier der Familie und nimmt Songs mit einem alten Kassettenrekorder auf.

Mit „The Eels“ beginnt der Erfolg.

MTV-Nominationen und eine Tour durch Amerika und Europa folgen, auf der sich die Eels einen Namen als gute Live-Band machen.

Einen Tag vor dem Release von "Beautiful Freak" begeht Everetts Schwester Elizabeth, die schon unzählige Male in der Psychiatrie war, Selbstmord. Etwa zur selben Zeit erkrankt seine Mutter Nancy an Lungenkrebs und verfällt zunehmend. Mit Musik erträgt „E“ den Zusammenbruch seiner Familie.

Zunehmend widmet er sich auch dem eher als unbeteiligt empfundenen Vater:

Im November 2007 folgt eine BBC-Dokumentation "Parallel Worlds, Parallel Lives".

Hier begibt sich „E“ auf Spurensuche in seine Kindheit und versucht, seinen Vater und die von ihm entwickelte „Many Worlds Theory“ besser zu verstehen.


Und hier verlasse ich den persönlichen und den musikalischen Pfad und komme zur Physik- genauer zur Quantenmechanik.
Denn genau so begann das Konzert: mit der 60 minütigen Dokumentation über die Q
uantentheorien des Vaters Dr. Hugh Everett.

Auf weißem Leinenstoff, der vor der Bühne der Volksbühne aufgezogen war, wurde diese in dunklem Saal gezeigt. Für einige Zuschauer eine pure Zumutung, wie sich aus den Zwischenrufen entnehmen liess.

Doch die Theorien, welche von alten Weggefährten von E´s Vater oder aktuellen Uni- Professoren im Gespräch mit E und oft anhand von Zeichnungen erläutert wurden, machten mir Spass!

Nun ist die Quantenphysik auch abstrakt genug um wieder spannend zu sein:

(im Bild: Modelle für Aufenthaltswahrscheinlichkeiten des Elektrons im Wasserstoffatom)



Die Stichworte hier waren : Schrödingers Katze, die Kopenhagen-Interpretation und dann die von Everett angestellte Interpretation der „Viel-Welten“.

Auch hier ist es für mich schwierig den Anspruch an genaueste Erklärung und interessanten Blog- Eintrag angemessen auszugleichen…

Ich schlage einfach die deutlich gemachten Links vor, für die „Schwer- Interessierten“ und die „Mini“- Variante für den Teil der Leute, die sogar schon bis hierhin gelesen haben- Ihr seid großartig!!!

Die Minivariante:Die Everett- Interpretation von 1957

Immer, wenn eine Vielzahl von Möglichkeiten des Quantenzustandes besteht,

entsteht die Spaltung in eine Vielzahl von Universen – „Many worlds view“.

Everett vermutete ein Universum, das sich in eine gewaltige Zahl von Zweigen (100100+ Universen) aufspaltet, die alle aus den jeweiligen Messungen resultieren.
Da jede Quantenwelt anders ist, gibt es nicht die einzige Wirklichkeit, sondern eine Vielzahl paralleler Wirklichkeiten.

Kurz gefasst sagt die Quantenmechanik aus, dass es für mikrophysikalische Systeme nicht möglich ist, Ort und Geschwindigkeit eines Teilchens gleichzeitig exakt zu bestimmen. (Nichtlokalität und Ununterscheidbarkeit)- geltend für u.a. Elektronen und Atome.

Das Teilchen hält sich also "gleichzeitig" an mehreren Orten auf. Messen wir den Ort eines Teilchens zum bestimmten Zeitpunkt, dann hält es ich aber zu diesem Zeitpunkt nur an einem einzigen Ort auf.
Die wichtigste Unterscheidung für die nächsten Experimente beruhen daher immer auf „Mikrophysikalisch“ und „Makrophysikalisch“- überspitzt: „Newton“ und z.B. „Bohr“.

Schon sind wir bei Schrödingers Katze!

Ein berühmtes Gedankenexperiment- hier verkürzt und hoffentlich verständlich:

In einem Raum befindet sich instabil (radioaktiv zerfallender) Atomkern, ein Geigerzähler misst den Zerfall und setzt dann über einen Mechanismus Giftgas frei- um nun Schrödingers Katze (auch im Raum) umzubringen!

Hierfür wird also ein „mikrophysikalischer“ Zustand (zerfallender Atomkern) in einen „makrophysikalischen“ Zustand (tote/lebendige Katze) durch Geigerzähler „umgesetzt“.
Dieser Zustand wird in der Kopenhagener Deutung als „Überlagerung“ beschrieben, also noch nicht zerfallen und zerfallen.

Das wird nun auf die Katze übertragen (tot/lebendig) und erst über die Öffnung des Raumes und Beobachtung (Messung) wird klar, ob man die Katze tot oder lebendig auffindet, das heißt, man kann über den Zustand der Katze vor der Beobachtung keine Aussage treffen.

Die Konsequenzen der Kopenhagener Deutung:
Muss uns laufend jemand beobachten, damit wir nicht in einer Überlagerung aus verschiedenen Zuständen verharren müssen?

Die Everett-Interpretation der Quantenmechanik ist in kurz nun die:

da jede Quantenwelt anders ist, gibt es nicht die einzige Wirklichkeit, sondern eine Vielzahl paralleler Wirklichkeiten.

Diese Parallel- Universen spielen ab da eine große Rolle: z.B. in Science- Fictions.

Soweit die Theorie: aber nun das Konzert:
Tatsächlich haben sich die beiden Musiker dann auf die Bühne begeben. Diese war mit schönen alten „Perser“- Teppichen belegt und darauf standen die Instrumente: Schlagzeug, Klavier, Keyboard weiterhin kamen Bässe und Gitarren zum Einsatz.

Viele der bekannten Songs wurden gespielt, einige nur von „E“ mit Gitarre oder Klavier. Dadurch war die Musik eher minimalistisch und sehr gefühlvoll.

Also schwelgen pur…

E war etwas heiser, was trotzdem gut passte und die Volksbühne mit der alten Holzverkleidung sorgte auch für eine einzigartige Stimmung.
Ein richtig schöner Abend, und das trotz Sitz- Konzert und Quantenmechanik- Film!


03 Februar 2008

Rainald Grebe!

Der Rainald

immer anders als erwartet (und genau das habe ich erhofft), mit Baumarkt- Bart ist er nun der Robinson und somit als guter aufgeklärter und missionarisch wirksamer Deutscher unterwegs:


wer sein Fett dabei abbekommt ist der „Freitag“- hier verkörpert von Herrn Hoffmann als Ton/Licht etc. Techniker der „Wühlmäuse“ und großer Gegenspieler.

Rainald Grebe bringt überwiegend neue Songs und viel viel gesprochenen Text. Eher nachdenklich und befangen, trotzdem intensiv und schonungslos.
Kein Abbrüller oder Konzertabend. Aber Rainald Grebe pur. Wer immer das ist.

Schön ist die Selbstbeschreibung des Programmes:

„Robinson Crusoe hat vor 300 Jahren Schiffbruch erlitten und lebte 28 Jahre auf einer unbewohnten Insel in der Karibik. Er war ein properer Selbstversorger, der Brot buk, Ziegenkäse machte und Möbel schnitzte. Eine tapfere Ich-AG. Ein Edeltourist in seinem eigenen Club.“

Rainald Grebe (geb. 197,1 seit 1989 als Autor, Comedian und Liedersänger unterwegs. Er stammt aus Köln und machte sich Anfang der neunziger Jahre in die neuen Bundesländer auf.

Von 1993 – 1997 studierte er an der „Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin“ und schloss erfolgreich mit einem Diplom im Fach “Puppenspiel“ ab. Nach legendären Bühnenauftritten beim Quatsch Comedy Club in Hamburg fand der Künstler im Jahr 2000 seinen festen Platz als Dramaturg, Schauspieler und Regisseur am Jenaer Theaterhaus. Nach der Auflösung des Ensembles Im Sommer 2004 begann er sein Programm „Das Abschiedkonzert“ auf deutschen Kleinkunstbühnen.

Soweit die offizielle „Bio“, die immer noch nicht ausreichend erklärt, warum er so anders ist und auch trotz Erfolg als klamaukiger „Brandenburghasser“ anders und unberechenbar bleibt.

Wieder ganz anders ist die Show mit der „Kapelle der Versöhnung“ im TIPI .

Die Show mit Martin Brauer und Marcus Baumgart, als „die Kapelle der Versöhnung“ 2005 gegründet, ist überwiegend das „Volksmusik“- Programm.

Hinaus in die Natur, hin zur Klampfe, zum Volk! Zum Volk! Hymnen für Land und Leute! Drei Akkorde! Milliontaugliche Melodien! Ein Gesangbuch für die Gegenwart. Hoch auf dem gelben Wagen 2006! Was früher die Mundorgel war (erste Ausgabe 1953: Lieder für Fahrt und Lager!), das müsste man versuchen, für jetzt und heute.

Und immer wichtig: die Menschen mitnehmen. Singt mit! Sagt es allen weiter, ruft es in jedes Haus hinein! Es gibt ein Foto von Gotthilf Fischer, dem großen Gotthilf Fischer, wo er auf einer Weide steht und Kühe dirigiert. Wir werden sehen, wie weit wir kommen. Ihr Rainald Grebe“

Somit trafen sich diese drei auf umgedrehten Bierkästen mit ihren Instrumenten am vorderen Rand der Bühne und in Flammenschein- Imitation um ihre Lieder zu singen. Diese Veranstaltung war dann auch mehr ein Konzert mit den „Best-of´s“ der letzten Jahre. Somit dann tatsächlich zum mitsingen. Das TIPI wurde von Rainald noch betitelt als „Teuer bezahlt- schlecht sitzen“ was so in etwa stimmte.

Eigentlich ist das hier ja alles noch sehr unpersönlich, also komme ich mal ein bisschen aus meinem Schneckenhaus und zitiere mal doch ein paar meiner Lieblingszeilen aus den Liedern- ACHTUNG! ...es wird privat!

„Bin wieder Single in Berlin- toll! Ich laufe durch die Stadt und es ist Sommer. Ich halt´s nicht aus, diese Arschparade! Alle sind so schön, alle sehen so glücklich aus. Ich geh da nicht mehr raus! Sex ist total überbewertet!“


Früher war ich vor Liebe blind. Die Welt gehört nur und beiden. Ich wurde dafür ausgelacht, und dass muss ein Held vermeiden. Ich bin der Mann ohne Gefühle, und ich reite auf einem kalten Pferd. Andere haben so viele, doch was sind sie wert?“


„Er und sie. Man kennt die Melodie. Man kann sie auch pfeifen, so bekannt ist die. Woanders wär man lieber, viel lieber. Fragt sich nur, fragt sich nur: wo?“


„.. ich wär` so gern in Nordkorea, ein System, das ich verstehe. Einen Präsidenten, den wir hassen könnten. „

"... Wann habe ich mich das letzte Mal nach dieser Frau gesehnt? Wie lange wir wohl noch zusammen sind? Na, wir machen Schluss oder ein Kind."

Hörproben HIER!


Bevor ich es noch vergesse zu Erwähnen: als echter Fan habe ich ja schon lange lange das Buch von Rainald gelesen: „Global fish“ ISBN-13: 978-3596169160.

Darin geht’s um eine Seereise… Will nicht zuviel verraten, es hat mir gut gefallen, ist aber ganz schön ausgeflippt! Also wer schnell seekrank wird: Finger weg!

Das Hörbuch ist nun auch auf dem Markt und sogar für den Hörbuchpreis 2008 nominiert- und hier wird noch vom Chef selbst gelesen!

Doch genug geschwärmt, (die Tastatur ist schon ganz besabbert), lasst Euch selbst überzeugen und geht zum Konzert/Theaterabend oder lasst es bleiben! Ich komm auch noch mal mit!